Auch in Neubauten kann der Abfluss verstopfen - und das manchmal schon kurz nach dem Einzug. In Köln entstehen gerade in Neubaugebieten wie Deutz, Ehrenfeld-Süd oder Widdersdorf immer mehr Wohnungen. Wer dort in eine Verstopfung gerät, fragt sich oft: Wieso passiert das in einem neuen Gebäude? Die Antworten sind vielfältig.
Warum verstopft ein Neubau-Abfluss?
Neubauten haben moderne Kunststoffrohre, die glatt und robust sind. Trotzdem kommt es zu Verstopfungen, häufig durch:
- Baurückstände: Mörtel, Putz oder Gips, die beim Bau in die Rohre gelangt sind
- Fehlende Eingewöhnung: Rohre und Verbindungen setzen sich, Gefälle stimmt manchmal nicht
- Nutzungsfehler: Feuchttücher, Küchenabfälle oder Haare verstopfen auch neue Rohre schnell
- Falsche Installation: Zu geringes Gefälle oder falsch dimensionierte Siphons
Schritt für Schritt: Was tun bei Verstopfung im Neubau?
- Siphon unter dem Waschbecken oder der Spüle prüfen - oft sammelt sich dort der erste Pfropfen.
- Saugglocke (Pümpel) einsetzen: mehrfach kräftig pumpen, um die Verstopfung zu lösen.
- Prüfen ob andere Abflüsse in der Wohnung ebenfalls betroffen sind (Hinweis auf Hauptleitung).
- Wenn nötig, Hausverwaltung oder Vermieter kontaktieren - bei Neubaumängeln oft deren Zuständigkeit.
- Fachbetrieb beauftragen, wenn eigene Maßnahmen scheitern.
Neubau-Gewährleistung: Wer zahlt?
Handelt es sich um einen Installationsfehler oder Baumangel, ist in der Regel der Bauträger oder der Installationsbetrieb verantwortlich. Die gesetzliche Gewährleistung beträgt für Bauwerke 5 Jahre. Als Eigentümer oder Mieter in Köln sollte man solche Mängel schriftlich und zeitnah melden.
Häufige Fragen
Ist ein verstopfter Abfluss im Neubau immer ein Baumangel?
Nicht zwingend. Wenn die Verstopfung durch normales Nutzungsverhalten entsteht (z.B. Haare, Fett), liegt es meist am Nutzer. Handelt es sich aber um Baurückstände oder ein falsches Leitungsgefälle, kann ein Mangel vorliegen.
Darf man im Neubau chemische Abflussreiniger verwenden?
Bei Kunststoffrohren (wie im Neubau üblich) sind handelsübliche Abflussreiniger in der Regel unbedenklich, sofern man die Herstellerangaben beachtet. Trotzdem sind mechanische Methoden sanfter und ausreichend.
Kann ich als Mieter einen Rohrreiniger beauftragen und die Kosten geltend machen?
Das ist möglich, wenn der Vermieter trotz Meldung nicht reagiert. Als Nachweis sollte man die Meldung schriftlich machen und Rechnungen aufbewahren. Im Zweifelsfall lohnt sich Rechtsberatung beim Kölner Mieterverein.