Kurzantwort: Fett aus Küche und Gastronomiebetrieben setzt sich an Rohrwandungen ab und verengt das Rohr über Monate. Heißes Wasser mit etwas Spülmittel hilft bei frischen Ablagerungen. Ältere Fettschichten brauchen mechanische Reinigung oder Hochdruckspülung durch den Fachbetrieb.
Wie Fettablagerungen entstehen
Beim Abwaschen oder Kochen gelangt Fett in flüssiger Form in den Abfluss. Kühlt das Wasser auf dem Weg durch das Rohr ab, wird das Fett zähflüssig und haftet an der Rohrwandung. Kleine Mengen täglich summieren sich über Wochen zu einer stabilen Schicht, die immer mehr Partikel - Lebensmittelreste, Haare, Kalkreste - bindet. Das Rohr verengt sich zunehmend, bis der Abfluss blockt.
Woran erkenne ich Fettablagerungen?
- Der Küchenabfluss läuft seit Wochen langsamer als früher.
- Das Wasser gluckert beim Ablaufen.
- Nach dem Abwaschen bleibt kurz ein leichter Fettfilm auf der Spüle sichtbar.
- Trotz Reiniger läuft der Abfluss weiter langsam.
Selbsthilfe bei frischen Ablagerungen
Heißwasser und Spülmittel
Erhitzen Sie einen großen Topf Wasser auf etwa 70 bis 80 Grad. Geben Sie einen kräftigen Schuss Geschirrspülmittel direkt in den Abfluss und gießen Sie das heiße Wasser langsam hinterher. Das Spülmittel emulgiert das Fett, das heiße Wasser löst es von der Wandung. Wiederholen Sie das zwei bis dreimal im Abstand von zehn Minuten. Bei frischen Ablagerungen reicht das oft aus.
Hinweis: Kochendes Wasser kann PVC-Rohre auf Dauer spröde machen. Verwenden Sie Wasser mit 70 bis 80 Grad, nicht kochendes.
Natron und Essig
Schütten Sie zwei bis drei Esslöffel Natron in den Abfluss, gefolgt von einem halben Becher Essig oder Zitronensäure. Die Schaumreaktion löst leichte Ablagerungen und beseitigt Gerüche. Zehn Minuten einwirken lassen, dann mit heißem Wasser nachspülen.
Rohrspirale
Bei festsitzenden Fettpfropfen hilft eine Handrohrspirale. Drehen Sie sie durch den Siphon und brechen Sie die Fettschicht mechanisch auf. Anschließend heißes Wasser mit Spülmittel nachspülen.
Wann der Fachbetrieb nötig ist
Wenn Selbsthilfemaßnahmen nicht binnen einer Stunde wirken, sitzen die Ablagerungen tiefer im Leitungssystem - oft in der waagerechten Grundleitung oder in einem schlecht geneigten Abschnitt. Ein Hochdruckspüler bricht die Fettschicht unter hohem Druck auf und spült die Reste vollständig ab. Nach der Reinigung empfiehlt sich eine Kamerainspektion, um zu prüfen, ob das Rohr gleichmäßig sauber und das Gefälle korrekt ist.
Vorbeugung - was wirklich hilft
- Fett nie in den Abfluss: Bratfett, Frittierfett und Reste in der Pfanne in einem verschlossenen Behälter in den Restmüll geben.
- Speisereste abwischen: Teller und Pfannen vor dem Abwaschen mit Küchenpapier vorwischen.
- Wöchentlich heißes Wasser: Ein großer Topf heißes Wasser mit Spülmittel pro Woche hält die Leitung frei.
- Keine Fettlöser im Übermaß: Handelsübliche Rohrreiniger enthalten Laugen, die Rohre auf Dauer angreifen. Sparsam verwenden.
Besonderheit: Gastronomie in Köln
In Restaurants und Imbissbetrieben schreibt die Kläranlagenverordnung einen Fettabscheider vor. Hausbesitzer, in deren Gebäude Gastronomiebetriebe eingemietet sind, sollten prüfen, ob diese Anlage regelmäßig geleert und gewartet wird. Ein vernachlässigter Fettabscheider ist die häufigste Ursache für massive Fettablagerungen in der Grundleitung.